Planungsgrundsätze
Planungsinhalte
Planungsmethoden
Leistungen
Planungsgrundsätze
Wir beteiligen die lokalen Akteure und halten deren Aufwand möglichst gering.
Selbstverständnis
Die gesetzliche Grundlage der Pflegestrukturplanung ist das Landesgesetz zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur (LPflegeASG) vom 25.05.2005. Die Planung selbst ist den Standards empirischer Sozialforschung verpflichtet. Die „Grundlagen zur Pflegestrukturplanung in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz vom März 2008 finden ihre Berücksichtigung ebenso wie aktuelle Ergebnisse fachlicher Diskurse.
Zusammenarbeit
Planung ist eine Dienstleistung. Wir legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. Der Auftrag, die einzelnen Schritte, notwendige Anpassungen unterwegs − all dies erfordert eine intensive Abstimmung, die für uns selbstverständlich ist.
Partizipation
Die Ziele, Sichtweisen und Bewertungen der Akteure vor Ort geben der Pflegestrukturplanung die notwendige Erdung – und eröffnen gleichzeitig neue Horizonte und Entwicklungsperspektiven. Eine umfassende Beteiligung erhöht die Akzeptanz der Ergebnisse. Dies mindert Konflikte und erleichtert die Realisierung geplanter Maßnahmen.
Transparenz
Der Planungsprozess und seine einzelnen Schritte werden offen und nachvollziehbar gestaltet.
Methodenwahl
Quantitative und qualitative Methoden werden miteinander kombiniert. So kommen wir zu tragfähigen Analysen und belastbaren Ergebnissen.
Wirtschaftlichkeit
Dienste und Einrichtungen dokumentieren ihre Arbeit umfassend. Diese Datenbestände wollen wir nutzen – aber nur, wenn unsere Fragen nicht aus anderen Quellen wie beispielsweise der Pflegestatistik beantwortet werden können. Dieses Vorgehen hält den Aufwand für alle Beteiligten gering.
Planungsinhalte
Gegenstand der Planung ist die Analyse vorhandener Wohlfahrtsstrukturen der Selbsthilfe,
des bürgerschaftlichen Engagements und professioneller Dienste (Welfare-Mix).
Schwerpunkte der Planung sind:
1. Bestandserhebung
- der ambulanten, teilstationären und stationären Dienste und Einrichtungen einschließlich komplementärer Hilfen im Vor- und Umfeld der Pflege unter Einbeziehung des bürgerschaftlichen Engagements,
- von Art, Umfang und Qualität der erbrachten Leistungen und darüber hinaus,
- Prüfung, ob ein qualitativ und quantitativ ausreichendes sowie wirtschaftliches Versorgungsangebot
für ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen vorhanden ist.
Die erhobenen Daten werden mit denen der Bevölkerung des Planungsraumes in Beziehung gesetzt und mit landesweiten Werten verglichen. Zeitreihen ab 1999 beleuchten die Entwicklung in der Vergangenheit. Durch Verknüpfung mit der Bevölkerungsprognose werden Trends im Hinblick auf die zukünftige Pflegehäufigkeit und den Arbeitskräftebedarf sowie den Zuschnitt einer familien- und altersgerechten Infrastruktur deutlich.
2. Zielentwicklung
Der Gesetzgeber hat allgemeine Ziele und Grundsätze für die Pflege und nachhaltige soziale Betreuung hilfebedürftiger Menschen festgelegt. Vorrang haben eine selbst bestimmte und möglichst selbstständige Lebensführung. Es gilt ambulant vor stationär. Diese Ziele und Grundsätze werden im Lichte der Analyseergebnisse für die Planungsregion konkretisiert. Dies geschieht unter Mitwirkung der lokalen Akteure vor Ort: den Leistungsträgern, den Diensten und Einrichtungen der Altenhilfe, den Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagement sowie den Wohnungsunternehmen.
Planungsmethoden
Quantitative und qualitative Methoden werden miteinander kombiniert.
So kommen wir zu tragfähigen Analysen und belastbaren Ergebnissen.
Zur Analyse der IST - Situation verwenden wir eine Liste aussagefähiger und erprobter Indikatoren. Diese entsprechen den vorgeschlagenen Indikatoren zur Erstellung eines Pflegemonitorings in Rheinland-Pfalz. Wir nutzen soweit als möglich vorhandene Datenbestände und beschränken die eigene Erhebung auf das Notwendigste, um die Dienste und Einrichtungen nicht unnötig zu belasten.
Die Dokumentation der Beratungs- und Koordinierungsstellen und die Pflegestatistik erlauben eine Darstellung der Ergebnisse in Zeitreihen ab1999. Für die Pflegestatistik wird darüber hinaus ein Vergleich mit den landesweiten Werten durchgeführt.
Die Ergebnisse der deskriptiven Analyse werden den lokalen Akteuren im Entwurfsstadium vorgestellt und gemeinsam mit ihnen diskutiert. Die kritische Überprüfung der Daten erlaubt eine differenzierte Auswertung des empirischen Materials.
In weiteren Workshops können unter Anwendung von Methoden der ZUKUNFTSKONFERENZ die Erhebungsergebnisse von den Beteiligten vor Ort bewertet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verständigen sich des Weiteren über Ziele zur Sicherung bzw. Weiterentwicklung des Versorgungssystems. Sie benennen die besonders relevanten Handlungsfelder in der Planungsregion. Die hieraus sich ergebenden Maßnahmen reflektieren die besonderen Bedingungen vor Ort, was ihre Akzeptanz in der Umsetzungsphase entscheidend erhöht. Expertengespräche ergänzen die deskriptive Analyse der Daten und helfen bei der Klärung spezifischer Fragestellungen.
Besondere Handlungsfelder sind beispielsweise:
- der Beitrag der Wohnungsunternehmen zu einem barrierefreien Wohnen und Wohnumfeld, die Altersarmut als Herausforderung für ein Gemeinwesen,
- die Vereinsamung allein stehender alter Menschen, insbesondere alter Frauen,
- der wachsende Bedarf kultursensibler Pflege für Menschen mit Migrationshintergrund,
- die Chancen und Risiken in der ambulanten Betreuung dementer Menschen durch Nachbarschaft und Ehrenamt,
- die Zusammenarbeit von ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen,
- die Rolle von neuen Wohnprojekten im Alter bzw. für mehrere Generationen,
- die Entwicklung der Beratungs- und Koordinierungsstellen zu Pflegestützpunkten.

Leistungen
Unsere Leistungen sind nach Bausteinen organisiert
Die Pflegestrukturplanung beginnt mit der Auftragsklärung und einer ersten Abstimmung mit dem Auftraggeber. Aus den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen vor Ort ergeben sich bedarfsgerechte Planungskonzepte für die jeweilige Gebietskörperschaft.
In der Ist-Bestandsanalyse sind folgende Leistungen Gegenstand des Angebots:
- Auswertung der Bevölkerungsstatistik im Hinblick auf die Geschlechts- und Altersstruktur.
- Auswertung der Pflegestatistik auf der Gliederungsebene der Landkreise / kreisfreien Städte und der Verbandsgemeinden für die Jahre 1999 – 2005/ 2007.
- Auswertung der Qualitätsberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.
- Planung und Durchführung einer eigenen Erhebung bei den
a) ambulanten, teilstationären und stationären Diensten und Einrichtungen in der Planungsregion
b) den niedergelassenen Allgemeinärzten in Abstimmung mit dem Auftraggeber.
Die eigene Erhebung bei der niedergelassenen Ärzteschaft erfolgt in Zusammenarbeit mit der ärztlichen Standesorganisation. - Abfrage und Auswertung der Daten der Pflegekassen zur Anzahl der Personen nach § 45a SGB XI.
- Auswertung der Dokumentation der Beratungs- und Koordinierungsstellen 2000 – 2005/ 2007.
- Erstellung der Zwischenberichte sowie des Abschlussberichts mit Maßnahmenempfehlung.
Zur Entwicklung von Zielen und erforderlichen Maßnahmen werden folgende Leistungen angeboten:
- Erstellung einer Prognose zur zukünftigen Pflegehäufigkeit und dem zu erwartenden Arbeitskräftebedarf.
- Präsentation der Ergebnisse der Bestandsanalyse in einem 1-tägigen Workshop.
- Entwicklung von Entwürfen zu Zielen und erforderlichen Maßnahmen.
- Präsentation und Diskussion der Entwürfe in Sitzungen mit den lokalen Akteuren.
In der Auftragsbearbeitung sind darüber hinaus enthalten:
- Organisation, Moderation und Dokumentation von Sitzungen und Workshop,
- 3 Termine in politischen Gremien der Auftrag gebenden Gebietskörperschaft sowie
- Abstimmungsgespräche mit dem Auftraggeber in der erforderlichen Anzahl.
Das Angebot zur Pflegestrukturplanung führt transfer in Kooperation mit dem
Büro für Sozialplanung Peter Kappenstein durch.
Für eine unverbindliche Beratung kontaktieren Sie uns: mail@transfer-net.de oder unter 06571-96343.